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Geschichte und Aufgabe:

Der jetzige „Central-Bibelverein“ besteht seit 1823 und ist das älteste Werk in der evangelischen Landeskirche Bayerns. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, welche zentrale Stellung das Lesen und Verstehen der Bibel als Quelle christlichen Glaubens gerade in der lutherischen Kirche hat. Andererseits kennen nur wenige „Eingeweihte“ den „Verein“ und dessen Hauptaufgabe: die Verbreitung der Bibel im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Angefangen hat alles mit Luthers Übersetzung des Neuen Testaments auf der Wartburg 1522 (Septembertestament) und seiner Erstausgabe im Jahr 1534, der „Biblia, das ist die ganze Heilige Schrift Deudsch Mart. Luth. Wittenberg, Begnadet mit Kurfürstlicher zu Sachsen Freiheit. Gedruckt durch Hans Lufft“. Seither war es stets das Anliegen der reformatorischen Bewegung, den Menschen einen direkten Zugang zur Bibel zu ermöglichen. Dieser Wunsch nach Bibelverbreitung wurzelt in der Hoffnung, dass Gott selbst durch die persönliche Begegnung mit dem Evangelium mit den Menschen spricht (das Wort, das Glauben schafft). Hierzu war es natürlich notwendig, dass die Menschen die Schrift lesen und verstehen konnten: Insofern war die Reformation auch immer eine Bildungsbewegung und zwar in zweifacher Hinsicht als „Blick auf den Glauben… und mit Blick auf den Menschen“.

Es dauerte dann aber doch bis ins 18. Jahrhundert, dass die Bibel in die Hände vieler Menschen kam und sie die Fähigkeit erlangten, diese auch selbst zu lesen. Die Bibeln wurden zunächst von freien Druckereien hergestellt, waren aber teuer und hatten oft Druckfehler. Folglich entstand ein gesteigertes Interesse textlich einwandfreie und günstige Bibeldrucke zur Verfügung zu haben. Bereits 1710 gründete deshalb August Hermann Francke in Halle das erste „Werk“ auf deutschem Boden, die Cansteinsche Bibelanstalt.

Die meisten Landeskirchen folgten dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Initiative der „Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft“ in London, indem sie eigene regionale Bibelgesellschaften gründeten, um preiswerte Blocksatzbibeln herzustellen und zu vertreiben.

Heute gibt es in fast allen Kirchen weltweit eigene Bibelgesellschaften, die über den Weltbund der Bibelgesellschaften (United Bibel Society) vernetzt sind, Bibelübersetzungen in vielen Sprachen fördern und die Bibel weiter verbreiten. Dach der regionalen Bibelgesellschaften hierzulande ist die 1981 gegründete Deutsche Bibelgesellschaft (DBG). Sie verlegt Lutherbibeln im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland, erforscht biblische Urtexte wissenschaftlich, fördert durch Spenden internationale Projekte in der Aktion Weltbibelhilfe und unterstützt bibelmissionarische Initiativen in Deutschland. Der Bayerische Zentralbibelverein ist an der Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft (Evangelisches Bibelwerk in der Bundesrepublik Deutschland) beteiligt. Insofern weist auch der Bayerische Zentralbibelverein eine lange Geschichte der Bibelverbreitung und der Förderung des Bibelgebrauchs auf.
Obwohl es der Name vermuten lassen würde, handelt es sich jedoch nicht um einen Verein oder eine direkte Dienststelle der Landeskirche. Der BZBV ist vielmehr ein kirchliches, freies „Werk“, eine „Anstalt“, die zu ihrer Gründung seinerzeit der königlichen Genehmigung bedurfte, um die Bibel zum Selbstkostenpreis drucken und verbreiten zu dürfen. Nach heutigem Rechtsverständnis (Satzung, S.1) ist der BZBV ein freier Träger, der als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts fungiert und sich durch den Erlös aus dem Verkauf von „Schriften“ und durch landeskirchliche Zuschüsse, Kollekten und Spenden finanziert.

Zentraler Zweck bleibt aber das „Buch der Bücher“ zu verbreiten und dessen Gebrauch zu fördern. Stets gehört dazu auch, neue Konzepte zu entwickeln, wie eine Auseinandersetzung mit der biblischen Botschaft immer aufs Neue gelingen kann.

Heute:

Der BZBV bringt in vielfältiger Weise "die Bibel ins Leben" (Motto). Organisatorisch erfolgt dies auf drei Ebenen: 
Die Kernaufgabe ist momentan die Neukonzeption eines Bibelmuseums, das Ende 2018 eröffnet werden soll. Außerdem betreibt der BZBV einen „Bibel-Buch-Laden“ mit Buchversand und fördert so die Auseinandersetzung mit der Bibel durch zeitgemäße Projekte und Seminare, als „BZBV-Vor-Ort“. Diese Sparten haben unterschiedliche Schwerpunkte und sprechen verschiedene Zielgruppen an. Der Bibel-Buch-Laden bietet neben einer großen Auswahl verschiedenster Bibeln auch religionspädagogische und theologische Fachliteratur an. Hinzu kommen exzellente, individuelle Beratung und das Angebot ganz spezifische Recherchen für Kunden durchzuführen. Im Angebot des neuen Internet-Webshop umfasst das Sortiment zusätzlich ein „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ und bietet somit alles Gedruckte und sämtliche Medien auf diesen Gebiet an.
BZBV-Vor-Ort schließlich stellt die bibelpädagogische Arbeit in Schulen und Gemeinden in den Vordergrund. Darüber hinaus will er bibliophile und an der Bibel interessierten Menschen und Gruppen ökumenisch miteinander vernetzen. 

Insgesamt setzt sich der „Verein“ dafür ein, dass das „Buch der Bücher“ als Grundlage unserer christlichen Kultur bekannt bleibt, als einigendes Band zwischen allen christlichen Kirchen wahrgenommen wird und als Wort Gottes den Menschen unserer Zeit heute und auch künftig ein Lebens-Buch ist und bleibt.

Der BZBV wird getragen durch den unermüdlichen Einsatz vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter, durch Impulse und Leitung der Mitglieder des Verwaltungsrates, sowie durch die Arbeit des Teams der Hauptamtlichen. Hier haben wir uns gemeinsam zum Ziel gesetzt den BZBV zeitgemäß zu positionieren und die Bibel im Verbund mit den regionalen Bibelgesellschaften und der Deutschen Bibelgesellschaft als Lebensbegleiter stärker ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Darüber hinaus sollen die „Kompetenzen im Umgang mit der Bibel“ besser gebündelt und ein ökumenisch offenes Netzwerkes Bibel in Bayern aufgebaut werden.